Kontext
Dieses Dokument enthält Hintergrundinformationen sowie Hinweise zur erforderlichen Konfiguration zur Einhaltung der Einspeisebegrenzung gemäß §9 EEG (2025), auch bekannt als „Solarspitzengesetz“.
Geltungsbereich
Die in diesem Dokument beschriebenen Anforderungen gelten ausschließlich, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind:
Die PV-Anlage ist eine Neuanlage in Deutschland
Das Inbetriebnahmedatum liegt nach dem 24. Februar 2025
Die installierte Spitzenleistung der Anlage beträgt mehr als 2 kW
Regulatorische Anforderungen
Für Anlagen, die die oben genannten Kriterien erfüllen, muss sichergestellt werden, dass:
die Netzeinspeisung statisch auf 60 % der Spitzenleistung der PV-Anlage begrenzt wird
(basierend auf der gesamten installierten PV-Modulleistung)
Ausnahme
Diese Begrenzung entfällt, wenn die Anlage mit folgenden Komponenten ausgestattet ist:
einem Smart Meter Gateway (SMGW) sowie
einer Steuerbox
und beide Komponenten erfolgreich installiert und getestet wurden.
In diesem Fall kann eine dynamische Einspeisebegrenzung durch den Netzbetreiber erfolgen.
Hinweis
Falls ein Wechselrichter nicht durch das Energiemanagementsystem (EMS) gesteuert werden kann:
muss die Einspeisebegrenzung manuell konfiguriert werden
erfolgt die Konfiguration direkt am Wechselrichter oder über die Software des Herstellers
sind die Installations- und Konfigurationsunterlagen des Herstellers für detaillierte Anweisungen zu verwenden
Konfiguration im XENON Dashboard
Zur Konfiguration der §9-EEG-Einstellungen im XENON Dashboard sind folgende Schritte erforderlich:
Das entsprechende System im Dashboard öffnen
Im linken Menü zu Energiemanagement navigieren
Den Bereich Grid Signal Processor öffnen
Über das Zahnradsymbol (⚙️) die Konfigurationseinstellungen aufrufen
Verfügbare Konfigurationsoptionen
Abhängig von Systemaufbau und Installationsdatum stehen folgende Optionen zur Verfügung:
Nicht erforderlich
→ Für dieses System ist keine Einspeisebegrenzung erforderlich
Feste Begrenzung
→ Eine statische Begrenzung (z. B. 60 %) wird angewendet
Dynamische Begrenzung
→ Die Einspeisung wird dynamisch geregelt (z. B. über Signale des Netzbetreibers)
Einstellung zur Wechselrichtersteuerung
Diese Option ist abhängig vom verwendeten Wechselrichtertyp zu aktivieren oder zu deaktivieren:
Aktivieren, wenn der Wechselrichter die Einspeisebegrenzung selbst übernimmt
(z. B. Netzanschlusspunkt Regelung)Deaktivieren, wenn die Begrenzung durch das EMS erfolgt
(z. B. PV-Leistungsregelung)
Es ist sicherzustellen, dass diese Einstellung mit der Wechselrichterkonfiguration aus der jeweiligen Inbetriebnahmeanleitung übereinstimmt. Weitere Informationen befinden sich im folgenden Abschnitt.
§9-EEG-Konfigurationsanleitungen nach Wechselrichter
Für jeden unterstützten Wechselrichter ist der jeweilige Inbetriebnahmeartikel zu öffnen und der Abschnitt länderspezifsche Konfiguration zu befolgen.
Eine vollständige Liste unterstützter Wechselrichter sowie detaillierte Konfigurationsschritte während der Inbetriebnahme befinden sich im Artikel: Wie konfiguriere ich die 60%-Einspeisebegrenzung?
Übersicht der Regelungsarten
Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten der Wechselrichterregelung unterschieden:
Wechselrichterregelung über Netzanschlusspunktlimit
In dieser Konfiguration begrenzt der Wechselrichter die Systemleistung auf Basis des Netzanschlusspunkts.
Der Netzanschlusspunkt dient als Referenzwert für die Leistungsbegrenzung.
Das Energiemanagementsystem (EMS) koordiniert und regelt alle weiteren steuerbaren Verbraucher und Erzeuger entsprechend.
Wechselrichterregelung über PV-Limit
In dieser Konfiguration erfolgt die Regelung direkt durch das Energiemanagementsystem (EMS).
Das EMS begrenzt die PV-Leistung des Wechselrichters auf der DC-Seite.
Anstelle des Netzanschlusspunkts steuert das EMS aktiv die Leistungsproduktion des Wechselrichters.
